Stress bei Kindern

Stresssymptome sind heute nicht nur bei Erwachsenen vorhanden. Bereits kleine Kinder und Jugendliche leiden unter Belastungen, die sie in Stress versetzen. Die Leistungsanforderungen in der Schule, der Konkurrenzdruck, Streit und Ärger in der Familie oder Unstimmigkeiten im Freundeskreis bedrängen die Kinder und lösen bei ihnen Stress aus. Kinder erleben auch sehr bewusst den Stress und die Hetze, die den Alltag ihrer Eltern bestimmen.

Wie wirkt sich Stress bei Kindern aus?

Besonders die Anforderungen in der Schule beanspruchen Kinder mitunter mehr, als sie leisten können. Wie das Prosoz-Institut für Sozialforschung in einer repräsentativen Umfrage unter knapp 4.700 Schülern feststellte, leidet heute bereits jedes vierte Kind in einem Alter zwischen sieben und neun Jahren an Stresserscheinungen. Bei der Umfrage gaben die Kinder an, dass sie nach der Schule und nach den Hausaufgaben nicht wirklich abschalten können. Die Kinder wünschen sich mehr Zeit, in der sie sich einfach nur ausruhen können. Die Folgen der Daueranspannung bei Kindern sind häufig Gereiztheit, Konzentrationsdefizite und Probleme, wirklich zur Ruhe zu kommen. Aggressivität, Nervosität oder ein ängstliches Verhalten können bei Kindern Auswirkungen von häufigen Stressempfindungen sein. In besonderen Situationen ist, wie bei Erwachsenen auch, bei Kindern ein Stressempfinden normal. Bei Herausforderungen, wie beispielsweise einem anstehenden Test im Unterricht, spüren die Kinder den Leistungsdruck. Doch nach dem Test sollten die Kinder wieder zu einer entspannten Haltung zurückfinden können.

Stress bei Kindern

Stress bei Kindern
Quelle: S. Hofschlaeger / pixelio.de

Dies gelingt jedoch immer häufiger nicht mehr. Die Kinder tragen so viele Belastungsfaktoren, Ängste und Sorgen in sich, die sich in problematischen emotionalen Reaktionen bis hin zur Teilnahmslosigkeit zeigen können. Auch körperliche Symptome als Folge des Stresses sind möglich. Übelkeit, Essstörungen, Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen, unzureichender Schlaf und Kopfschmerzen sind einige Symptome, die infolge von Dauerüberforderung bei Kindern auftreten können.

Wie können Eltern ihren Kindern helfen?

Eltern sollten auf Verhaltensänderungen ihrer Kinder möglichst frühzeitig reagieren und gemeinsam mit den Kindern im Gespräch die Ursachen erforschen. Die Eltern sollten sich ihrer Vorbildfunktion bewusst sein. Das Denken ihrer Kinder wird stark von dem geprägt, wie sie selbst mit stressigen Zeiten umgehen. Panische Reaktionen auf Druck von außen verstärken nur die Stressempfindung. Gelassenheit und die Vermeidung von unrealistischen Erwartungen können trainiert werden. Eltern können ihren Kindern beibringen, dass man sich bemühen muss, lernen muss, sich vorbereiten muss, um eine bestimmte Anforderung erfüllen zu können. Sie können allerdings auch bei der Einordnung helfen, ein schlechtes Ergebnis nicht übermäßig tragisch zu nehmen, wenn wirklich einmal etwas schief läuft. Wer nicht die Erwartungshaltung, dass alles immer perfekt sein muss, seinen Kindern gegenüber einnimmt, befreit sie von einem starken Stress auslösenden Faktor. Wenn ein Kind sich bemüht, ist immer ein Lob angebracht, auch wenn das Ergebnis die Erwartungen nicht ganz erfüllt. Das Selbstvertrauen der Kinder zu stärken, ist das beste Hilfsmittel im Umgang mit Stress, welches Eltern ihren Kindern mitgeben können.